Welttag Suizidprävention
Jedes Jahr am 10. September stellt der Welttag der Suizidprävention weltweit die Notwendigkeit von Suizidprävention in den Fokus. Jährlich nehmen sich mehr als 10.000 Menschen in Deutschland das Leben. Im Land Bremen waren es im Jahr 2024 über 100 Personen. Die Zahl der Suizidversuche liegt schätzungsweise um ein Zehnfaches höher. Der 10. September ist somit auch ein Tag des Gedenkens an die durch Suizid Verstorbenen.
Die Psychotherapeutenkammer Bremen möchte auf den Aktionstag und die Veranstaltungen in diesem Rahmen hinweisen, um auf dieses sensible Thema aufmerksam zu machen, die Bedeutung psychotherapeutischer Hilfe in diesem Kontext zu betonen und die Entstigmatisierung von Suiziden und Suizidabsichten zu fördern.
Suizide sind vermeidbar: Unter anderem mithilfe von Psychotherapie können suizidale Krisen aufgefangen und eine Vielzahl von Suiziden verhindert werden. Denn über Suizid und Suizidgedanken zu sprechen kann bei Betroffenen entlastend wirken und neue Perspektiven eröffnen. Psychotherapeut*innen bieten in psychotherapeutischen Praxen, Ambulanzen, Beratungsstellen, Kliniken und vielen weiteren Settings einen geschützten Raum für Patient*innen, Ratsuchende und Angehörige. Sie sind dort wichtige Ansprechpersonen für Menschen in psychischen Krisen. Sie ermöglichen es den Betroffenen, die suizidalen Gedanken auszusprechen. Sie können Risiken abschätzen und gemeinsam mit Betroffenen weitere Hilfen organisieren. Suizidprävention ist damit ein wichtiger Bestandteil der psychotherapeutischen Versorgung.
Die Psychotherapeutenkammer Bremen betont in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung und Wichtigkeit der ausreichenden Anzahl an psychotherapeutischen Angeboten, direkten Zugangswegen und der Verkürzung von Wartezeiten auf Psychotherapieplätze. Für gesetzlich Versicherte steht mit der Psychotherapeutischen Sprechstunde ein Angebot zur Verfügung, um in einer Psychotherapiepraxis eine erste fachliche Einschätzung und Beratung zu erhalten. Termine können über die Terminservicestelle unter der bundesweiten Telefonnummer 116 117 vereinbart werden.
Weiterhin ist die Politik auf kommunaler, Landes- und Bundesebene gefordert, Suizidprävention strukturell zu ermöglichen, u.a. indem eine ausreichende Finanzierung für die Arbeit von unseren neugegründeten Suizidnetzwerken in Bremerhaven und Bremen vorgehalten wird.
Für 2026 hat die Arbeitsgruppe regionale Netzwerke des Nationalen Suizidpräventionsprogramms (NaSPro) in Kooperation mit der Julius-Maximilians-Universität Würzburg die bundesweite Kampagne „Deine Geschichte ist nicht zu Ende“ initiiert. Sie soll sichtbar machen, dass auch schwere Krisen Wendepunkte haben und Hilfe möglich ist. Unter kampagne.welttag-suizidpraevention.de (externer Link) gibt es kostenfreie Materialien, wie Plakate oder aufbereitete Inhalte für Social Media. Falls Sie ebenfalls auf das Thema Suizidprävention aufmerksam machen und über Hilfsangebote informieren möchten, stehen die Materialien zur Verfügung.
Durch die Senatorische Behörde für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz wurden im Land Bremen Plakate aus der Kampagne gedruckt und zur Abholung zur Verfügung gestellt. Die Kassenärztliche Vereinigung Bremen verschickte die gedruckten Plakate an alle ihre Mitglieder. Viele Institutionen aus dem Gesundheitswesen tragen in diesen Tagen durch das Aushängen der Plakate dazu bei, dass das Thema Suizidprävention eine Öffentlichkeit bekommt.
Im Rahmen des Welttags der Suizidprävention finden deutschlandweit zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen statt. In Bremen laden die Bremische Evangelische Kirche und die Katholische Kirche am Freitag, 11.09.2026, um 18 Uhr zu einem ökumenischen Gottesdienst in der Kirche Unser Lieben Frauen ein. Den Gottesdienst gestalten werden Propst Dr. Bernhard Stecker, Kirchenpräsident Dr. Bernd Kuschnerus, die Bremische Bundestagsabgeordnete Dr. Kirsten Kappert-Gonther und Dr. Christoph Sülz, stellvertretender Präsident der Psychotherapeutenkammer Bremen.
Eine Auflistung weiterer Veranstaltungen finden Sie bei NaSPro hier: www.welttag-suizidpraevention.de/category/veranstaltungen-2026 (externer Link)
Allgemeine Materialien zur Suizidprävention (Flyer, Broschüren, Videos etc.), auch ganz unabhängig von dem Welttag zur Suizidprävention, bietet das Nationale Suizidpräventionsprogramm (NaSPro) unter www.suizidpraevention.de/infothek (externer Link) zum Download an.

