Das Bremer Gesundheitswesen warnt vor den Folgen der aktuellen Gesundheitspolitik

Das Bremer Gesundheitswesen warnt vor den Folgen der aktuellen Gesundheitspolitik

Die bundespolitischen Reform- und Sparpläne werden für Patientinnen und Patienten im Land Bremen deutlich spürbar sein. Wenn Praxen und Krankenhäuser weiter unter wirtschaftlichen Druck geraten, drohen weniger Termine, längere Wartezeiten und Einschränkungen in der Versorgung. Über die konkreten Folgen informierte in einer Pressekonferenz am Mittwoch, 10.06.2026, 11 Uhr, ein breites Bündnis von Vertretern der ambulanten und stationären Versorgung im Bundesland.

Im Mittelpunkt steht das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, das in diesem Sommer verabschiedet werden soll. Falls das Vorhaben in der aktuellen Fassung umgesetzt wird, werden Praxen und Kliniken in Bremen und Bremerhaven ihr bisheriges Versorgungsangebot nicht aufrechterhalten können. Dies betrifft neben der ambulanten und stationären Versorgung auch die Notfallstrukturen. Vor dieser Weichenstellung warnt das Bremer Bündnis eindringlich.

Amelie Thobaben spricht für die Psychotherapeut*innen und weist daraufhin, dass die geplanten Kürzungen in der Psychotherapie nicht auch sparen bedeute. Chronifizierung psychischer Erkrankungen führten häufig zu längerfristigen Arbeitsausfällen und Frühberentungen. Durch rechtlichzeitige psychotherapeutische Behandlung seien diese oft vermeidbar, so dass sich 1 € in Psychotherapie volkswirtschaftlich 3 € sparen ließe. Gleichzeitig scheine die Bundesregierung den sich bereits jetzt auch in der Psychotherapie abzeichnenden Fachkräftemangel zu ignorieren. Schon jetzt gäbe es in Bremen und der Region Schwierigkeiten, alle psychotherapeutischen Kassensitze nachzubesetzen. „Wir brauchen dringend Regelungen für die psychotherapeutische Weiterbildung. Der Gesetzgeber hat jetzt noch die Gelegenheit, eine Verschlechterung und dauerhafte Schädigung der psychotherapeutischen Versorgung zu verhindern.“

Gesprächspartner waren:

  • Ärztekammer Bremen, Christina Hillebrecht
  • DIAKO Evangelisches Diakonie-Krankenhaus, Thomas Kruse
  • Kassenärztliche Vereinigung Bremen, Dr. Bernhard Rochell
  • Kassenzahnärztliche Vereinigung im Lande Bremen, Frank Wessels
  • Krankenhausgesellschaft der Freien Hansestadt Bremen, Judith Borsch
  • Psychotherapeutenkammer Bremen, Amelie Thobaben
  • Zahnärztekammer Bremen, Maria Schletter

Presse und Medienbeiträge: